Vorhang auf - Augen zu!
BL!NDSPOT- unsichtbares sichtbar machen
..wird am 31.01 2008 um 20
Uhr im Lichtmeß Kino Hamburg gezeigt!!
Wie muss ein Film geschaffen sein, der das
Nicht-Visuelle visualisiert?
Der KurzFilmVerleih
präsentiert mit neun Kurzfilmen das Beste aus dem Kurzfilmwettbewerb BL!NDSPOT, der auf Initiative von Dialog im Dunkeln – Verein zur Förderung
der sozialen Kreativität e.V.
entstand.
Dialog im Dunkeln schrieb
in den Jahren 2005 und 2006 diesen Kurzfilmwettbewerb aus.
Grundlage für diese
Initiative war damals die immer wieder auftretende Frage, wie man einen
Ausstellungsbesuch bei Dialog im Dunkeln visuell darstellen kann, denn das
Interesse der Medien war groß, über die „Ausstellung in der es nichts zu
sehen gibt“, zu berichten.
Zahlreiche junge Regisseure
gaben damals sichtbare Antworten auf diese Frage, von denen die
interessantesten Filme für den durch die Aktion Mensch geförderten
Wettbewerb im Rahmen einer Premierenfeier im Kino gezeigt werden konnten. Im
Jahr 2005 traten im Abaton Kino Hamburg und 2006 im Metropolis Kino Hamburg
jeweils 19 Filme gegeneinander an, um eines der attraktiven Preisgelder zu
gewinnen. Die Filme wurden mit einer simultanen Audiodeskription vorgeführt,
die nicht nur von den blinden und sehbehinderten Besuchern verfolgt wurde.
Der Hauptpreis für den besten Film mit gemischtem, d. h. blind -sehendem Team
wurde von der Behörde für Soziales und Familie Hamburg vergeben.
Von
den zwei Wettbewerben hat jetzt
der KurzFilmVerleih der KurzFilmAgentur Hamburg
neun herausragende Filme zu
einem spannenden Kinoprogramm von knapp 70 Minuten zusammengestellt.
Das Außergewöhnliche an der
BL!NDSPOT Kinopräsentation ist, dass sie interaktiv vorgeführt werden kann:
zwei der neun Beiträge wurden von der deutschen Hörfilm gGmbH
audiodeskribiert, ein Kurzspielfilm und ein Experimentalfilm und das
Publikum entscheidet wie es die Filme sehen möchte: mit oder ohne Bild!
Die Vorfür- DVD bietet die
Möglichkeit, die Filme ohne Bildspur zu „sehen“, dann bleibt das Bild
schwarz und die Handlung wird über die Audiodeskription verfolgt. Danach
kann es die inneren Vorstellungsbilder mit den tatsächlichen vergleichen,
indem der Film erneut, allerdings mit Bild und Ton, wahlweise mit oder ohne
Audiodeskription, vorgeführt wird.
Das Kurzfilmprogramm von
BL!NDSPOT- unsichtbares sichtbar machen
wird am 31.01 2008 um 20
Uhr im Lichtmeß Kino Hamburg vorgestellt. Durch den Abend führen Axel
Behrens, Leiter des Kurzfilmverleihs und Sylvie Hohlbaum, Projektleiterin
von BL!NDSPOT- unsichtbares sichtbar machen. Als Gäste werden die
Filmemacher und ihre Teams und Persönlichkeiten aus Kultur und Politik
erwartet.
Die Filme
1 Nachhilfe / Henning Backhaus
2 Paradise / Justus Peter
3 Amaurose / Steve Ginepri, Philipp Hilfer
4 Schwarzfahrer / Nadja Elabbadi
5 400m / Nane Weber, Christine Weber,
Sabrina Kuffer 6_grau / Robert Seidel *
7 Lormen / Julia Daschner
8 Chat Room / Volker Krieger
9 Blindgänger / Matthias Luthardt *
*Mit Audiodeskription
Die Audiodeskription wurde produziert von
der deutschen Hörfilm gGmbH
BL!NDSPOT
Unsichtbares sichtbar machen
Der Kurzfilmwettbewerb 2006
„Die Brücke zwischen Blinden und Sehenden kann nicht das Bild, sondern nur der Dialog sein.“
Die 5-köpfige Fachjury hat am 25.März 2006 im Metropolis Kino folgende Filme ausgezeichnet:
Der Preis für den besten Kurzspielfilm, im Wert von 1000,- EUR ging an den Film: Hypochonder von Maggie Peren
Der Preis für den besten Dokumentarfilm, im Wert von 1000,- EUR ging an den Film: Schwarzfahrer von Nadja Elabaddi
Der Preis für den besten Film im Bereich Experimental/Animationsfilm, im Wert von 1000,- EUR ging an den Film: Amaurose die totale Erblindung von Philipp Hilfer und Steve Ginepri
Die Jury fand keines der im Wettbewerb befindlichen Musikvideos für preiswürdig im Sinne der Ausschreibung, hatte aber den Wunsch einen zweiten Preis bei den Kurzspielfilmen zu vergeben. Somit erging der Preis für den 2.Platz im Genre Kurzspielfilm, im Wert von 500,- EUR an den Film: 37 ohne Zwiebeln von André Erkau.
Der Sonderpreis im Wert von 1000,- EUR für das beste gemischte (sehend/nichtsehend) Team, gestiftet und verliehen vom Integrationsamt der Behörde für Soziales und Familie ging an den Film: Schwarzfahrer von Nadja Elabbadi
Das Thema sollte den Filmern den Impuls für die Annäherung an eine andere Wahrnehmungswelt geben, forderte auf, anders zu sehen und sich dem doch eher ungewöhnlichen Thema kreativ zu nähern.
Gesucht wurden Filme der Genres Dokumentarfilm, Animations- Experimentalfilm, Kurzspielfilm und Musikvideo, die sich mit der Wahrnehmung in Bezug auf folgende Schwerpunkte befassten:
Raum (Geschwindigkeit, Dimensionen, Mobilität),
Zeit (Alter-Jugend, Tag-Nacht, Arbeitszeit-Freizeit) und
Werte (Schönheit, Mode, Marken)
Die Idee zu diesem non-visuellen Thema einen Wettbewerb auszuschreiben, entstand auf die Frage hin, welche Vorstellungsbilder sich während des Besuches der Ausstellung Dialog im Dunkeln, in der die Besucher in völliger Dunkelheit der Alltagswelt nachgestellte Lebensräume durchlaufen, entstehen. Die Erfahrung der Dunkelheit und des Wegfalls des visuellen Inputs wirft Fragen auf:
welche Bilder entstehen im Kopf, losgelöst von den bekannten, gesehenen Formen und Farben? Gibt es die Möglichkeit, sich als Sehender auszumalen, wie sich Blinde ihre Umwelt vorstellen? Inwiefern verändert sich beispielsweise der Schönheitsbegriff, wenn der für uns so wichtige visuelle Input wegfällt? Wie stellen sich blinde Menschen ihre Umwelt vor? Wie träumen sie? Können Texturen und Farben in der Vorstellung über die gewohnten Erscheinungsformen heraus noch weiter entwickelt werden?
Der Filmwettbewerb sollte das Rätsel lösen. Zunächst könnte man sich fragen, was Blindheit und nicht sehen mit Film zu tun hat. Wie absurd ist es, einen Filmwettbewerb auszuschreiben, bei dem es um Blindheit geht? Die nahe liegende Umsetzung eines solchen Erlebnisses wäre ein Schwarzfilm mit Vertonung in Dolby Surround. Uns interessierten aber vielmehr die inneren Bilder, denn physisch nichts zu sehen bedeutet nicht, nichts zu sehen.
Unser Sonderpreis
Das Besondere an unserem Kurzfilmwettbewerb war der Sonderpreis für das beste gemischte (sehend- nicht sehende) Team. Der Aufruf zum gemeinsamen Filmemachen sollte eine Brücke zwischen Sehenden und Blinden schlagen. Die beim vorletzten BL!NDSPOT Wettbewerb besonders in gemischten Teams entstandenen Arbeiten waren sehr beeindruckend und haben gezeigt, das ein gemeinsames filmerisches Arbeiten möglich ist. Die Filmer konnten sich ein weiteres Mal von der Lebenssituation blinder Menschen inspirieren lassen und dadurch eine anderes sehen entwickeln.
Wir helfen gerne Kontakte zu Blinden herzustellen.
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